Die Geschichte des 1. FC Saarbrücken beginnt im Jahre 1903 im Saarbrücker Stadtteil Malstatt. Der TV 1876 Malstatt gründete eine Fußballabteilung, die auch schon wenig später die ersten Freundschaftsspiele austrug. Um am regulären Spielbetrieb teilnehmen zu dürfen, wäre jedoch eine Eingliederung in den Saar-Moselgau des Südwestdeutschen Fußballverbandes nötig gewesen, was der Vorstand des TV Malstatt jedoch verhinderte.
1907-1918: Neugründung & Abspaltung
Daraufhin erfolgte die Abspaltung der Fußballabteilung und im Oktober 1907 die Neugründung des FV Malstatt-Burbach. 1909 folgte dann im Zuge der Vereinigung der Stadt Saarbrücken die Umbennung in FV Saarbrücken. Schon damals zählten Vereine Wie Saar 05 oder Borussia Neunkirchen zu den Ligakonkurrenten.
1919-1943: Bau der Sportanlage Ludwigspark
Nach dem 1. Weltkrieg beteiligte sich der FV Saarbrücken am Bau der Sportanlage im Ludwigspark, wo auch die ersten Heimspiele dann ausgetragen wurden (später wechselte man ins Stadion Kieselhumes). Ende der 30′er Jahre brachte der FVS solch hervorragende Spieler wie Bubi Sold und Edmund Conen hervor, die beide zu Nationalspielern heranreiften.
1943: Endspiel um deutsche Meisterschaft
1943 folgte dann der erste große Erfolg der “Molschder”. Nach der Meisterschaft in der Gauliga und den Erfolgen gegen Mühlhausen, Viktoria Köln, VFR Mannheim und Vienna Wien stand der FVS im Endspiel um die deutsche Meisterschaft. In Berlin traf man auf den von Helmut Schön angeführten Dresdner SC, der allerdings mit 3:0 die Oberhand behielt.
1945: Neugründung & Fußball in Frankreich
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde der FVS am 25.11.1945 unter dem Namen 1. FC Saarbrücken wiedergegründet (Vereine mussten sich damals auf Anweisung der Militärregierung auflösen und konnten sich danach wieder unter anderem Namen neu gründen). Damals auch schon im Vorstand des FC tätig: Hermann Neuberger, der spätere DFB-Präsident. Die ersten Jahre nach dem Weltkrieg wurden vor allem durch Freundschaftsspiele bestimmt. In der Saison 1948/49 gestattete der französische Verband dem FCS in der 2. französischen Divison mitzuspielen, wo er auch direkt Meister wurde.
1951: Zurück in der Bundesrepublik
Der Aufstieg in die 1. Division wurde den Saarländern allerdings untersagt. Bis zur Wiedereingliederung des FCS in der Oberliga Südwest des DFB im Jahre 1951 wurde zweimal der Saarlandpokal gegen 15 internationale Spitzenmannschaften ausgespielt.
1951: FCS gewinnt gegen Real Madrid
Immer noch unvergessen ist der in der Saison 1950/51 errungene 4:0 Sieg in einem Freundschaftsspiel bei Real Madrid. In seiner ersten Saison in der Oberliga Südwest (1951/52) wurden die Saarbrücker direkt Meister und qualifizierten sich durch Siege gegen Schalke, den HSV und Nürnberg für das Finale um die deutsche Meisterschaft in Ludwigshafen. Doch wie schon 1943 musste sich der FCS geschlagen geben (2:3 Niederlage gegen den VfB Stuttgart). An diesen Erfolg konnte man, trotz des im August 1953 eröffneten Ludwigsparkstadions, in den nächsten Jahren nicht mehr anknüpfen.
1953: AC Mailand – FCS : 3:4
Beim 1955 erstmals ausgetragenen Europapokal trat man als Vertreter des Saarlandes an und hatte es in der ersten Runde gleich mit dem AC Mailand zu tun. Sensationell gewannen die “Molschder” in Mailand mit 4:3, mussten sich im Rückspiel auf dem Kieselhumes allerdings mit 1:4 geschlagen geben und schieden damit aus.
1963: Aufstieg & Abstieg
In der Saison 1962/63 qualifizierte man sich für die neugegründete Bundesliga musste allerdings schon in der ersten Saison (63/64) den bitteren Abstieg hinnehmen. Danach wurde zwar dreimal die Aufstiegsrunde erreicht (Trainer 1964/65: Jupp Derwall, der entscheidende Schritt in die Bundesliga wurde jedoch nie geschafft.
1974-1978: Aufstieg & Abstieg II
Für die 1974/75 eingeführte zweite Liga qualifizierte sich der FCS am grünen Tisch und konnte sich dann auch in der Saison 75/76 die Meisterschaft der 2. Liga Süd und damit den Wiederaufstieg in die Bundesliga sichern. Zwar konnte in der ersten Saison der Klassenerhalt mit Trainer Manfred Krafft erreicht werden (unvergessen das 6:1 gegen Bayern München), jedoch wurde in der Saison 77/78 der Klassenerhalt durch Vorstandsquerelen und die Entlassung von Krafft (neuer Trainer wurde Hans Tilkowski) verspielt.
1978-1981: Finanzielle Misswirtschaft
Die darauf folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch sportliche Misserfolge und finanzielle Misswirtschaft. Der drohende Konkurs konnte erst durch das Engagement von Jägermeister-Boss Günter Mast abgewendet werden. Tiefpunkt war wohl der Abstieg des FCS ins Amateurlager 1981.
1981-1985: Durchmarsch in die Bundesliga
Neuer Trainer wurde Uwe Klimaschefski, mit dem dann auch in der Saison 1982/83 der Wiederaufstieg in die 2. Liga geschafft wurde. Schon zwei Spielzeiten später (84/85) wurde der dritte Platz und damit die Relegation zur Bundesliga erreicht.
1988-1992: Aufstieg & Abstieg III
In zwei Spielen setzte man sich gegen den Bundesligisten Arminia Bielefeld durch und feierte so ein Comeback in der 1. Liga, welches jedoch leider nur ein Jahr dauerte (17. Platz und Abstieg in die 2. Liga). Erst als Klaus Schlappner neuer Trainer wurde, ging es wieder aufwärts. Zweimal (Saison 88/89 und 89/90) erreichte man die Relegation, scheiterte jedoch zuerst gegen Frankfurt und dann gegen Bochum. Wenig später musste auch “Schlappi” seinen Hut nehmen und wurde ab der Saison 91/92 durch Peter Neururer ersetzt. Neururer führte die Mannschaft zur Meisterschaft in der 2. Liga Süd und damit zurück in die Bundesliga.
Die nächste Saison begann eigentlich recht erfolgreich, letztlich folgte allerdings in der Rückrunde ein katastrophaler und in der Bundesliga noch nie dagewesener Einbruch, durch den der Klassenerhalt leichtfertig verspielt wurde (wobei die Vorstandsquerelen während der Saison nicht unerwähnt bleiben sollen und für den Abstieg wohl nicht ganz ohne Bedeutung waren).
1992-1995: Finanzielle Misswirtschaft II
Neururer wurde nach der Saison entlassen und es folgten 2 Spielzeiten in der 2. Liga mit eher mässigem Erfolg, ehe dem FCS im Jahre 1995 die Lizenz entzogen wurde. Der darauf folgende Abstieg in die Regionalliga wurde noch durch den drohenden finanziellen Kollaps verschlimmert. Das Vergleichsverfahren wurde jedoch dank des Engagements von Klimmt, Meiser und dem neuen Hauptsponsor Praktiker erfolgreich überstanden.
1998: Das Ende einer Feindschaft
Im Sommer 1998 vereinbarte man eine Kooperation mit dem Lokalrivalen FC Homburg, wodurch einige Homburger Spieler in die Landeshauptstadt wechselten. Doch weder Dirk Karkuth noch Uli Sude schafften es die Mannschaft zum Aufstieg zu führen und so wurde zu Beginn dieser Saison mit Klaus Toppmöller ein wirklicher Top-Trainer verpflichtet. Zwar ist der FCS nun schon im fünften Jahr in der Regionalliga, doch noch nie waren die Voraussetzungen für eine Rückkehr ins Profigeschäft so gut.
2000: Auf zu neuen Ufern !
Mit Klaus Toppmöller, der jetzigen Vorstandsriege und einer spielstarken Mannschaft, gespickt mit alten Hasen und jungen hungrigen Newcomern schaffte es der FCS – endlich – nach 5 Jahren Regionalliga Tristesse den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Und das überzeugend, am Ende wies die Tabelle 6 Punkte Vorsprung auf den Zweiten aus.
2000 – 2002: Toppis Ende und der bittere Abstieg
Doch die Erfolgsstory des FCS hielt wieder einmal nicht allzu lange an. Nach einem guten Start in die Zweitligasaison gab es Gerüchte über einen Wechsel Klaus Toppmöllers zu Bayer Leverkusen. Der Vorstand versagte Toppi die Freigabe und wenig später musste Toppi nach einer 2:8-Niederlage in Reutlingen seinen Hut nehmen. Nachfolger wurde Thomas von Heesen, der den FCS auf den 8 Tabellenplatz in der Abschlusstabelle führte. Für die neue Saison 2001/02 wurde kräftig eingekauft und Präsident Ostermann gab die Meisterschaft in der 2. Liga als Ziel aus. Gleichzeitig wurde der Umbau des Ludwigspark geplant. Doch die Saison verlief enttäuschend. Von Heesen musste nach vier Spieltagen seinen Stuhl für den in Deutschland (völlig zu Recht) unbekannte Österreicher Heribert Weber räumen. Auch unter Weber kam der FCS nie in Fahrt und so wurde Weber im Wintertrainingslager in Portugal zum Sportdirektor befördert. Nachfolger wurde Tom Dooley unterstützt von Uwe Klimaschefski. Am Ende stand Platz 16 zu Buche und der bittere Abstieg in die Regionalliga.
2004 – 2004: Aufstieg mit Ehre
Als neuer Trainer wurde der Einöder Horst Ehrmantraut präsentiert. In der ersten Saison vollzog der neue Mann an der Seitenlinie einen radikalen Umbruch und behielt nur wenige Spieler aus der Abstiegssaison. Am Ende stand ein halbwegs vernünftiger sechster Platz in der Regionalliga Süd – auch bedingt durch einen Punktabzug nach einem Fehler im Lizensierungsverfahren. Die zweite Saison unter Ehrmantraut im Jahre 2003/04 sollte turbulent werden. Der FCS startete gut, schwächelte dann aber etwas. Präsident Ostermann reagierte gewohnt überhastet und entließ Ehrmantraut. Als neuer Trainer wurde Eugen Hach präsentiert, der sich aber als Remiskönig entpuppte und mit der Mannschaft nie richtig warm wurde. Also gab es wenige Spieltage vor Schluss eine Rolle rückwärts und Ehrmantraut wurde wieder Trainer. Am letzten Spieltag wurde in einem dramatischen Spiel gegen Schweinfurt der Aufstieg in die zweite Bundesliga klar gemacht.
2004 – 2006: Erneuter Abstieg aus Liga 2
Die erste Saison in der zweiten Bundesliga begann gut für den FCS, doch in der Rückrunde brach das Team ein und musste bis zum letzten Spieltag zittern, ehe der Klassenerhalt gegen Trier gesichert wurde. Trier musste dafür den bitteren Weg in die Drittklassigkeit antreten. In der Saison 2005/06 stand Trainer Ehrmantraut von Beginn an unter dem Druck des Präsidiums und musste bereits nach vier Spieltagen gehen. Nachfolger wurde Rudi Bommer, der Anlaufschwierigkeiten hatte, es dann aber schaffte den FCS auf einen Nichtabstiegsplatz zu führen. Doch auch Bommer gefiel dem Präsidium nicht und so kam s zu internen Querelen. Die Folge war, dass die Mannschaft wieder einmal die Lust verlor und im Abstiegskampf an Boden verlor. Auch Bommer wurde also entlassen und durch Didier Philippe ersetzt, der den Abstieg in die Regionalliga aber nicht mehr verhindern konnte.
2006 – 2008: Endgültiger Absturz unter Henke, Philippe, Krüger und Kaminski
Was nun folgte war sicherlich das bitterste Kapitel der Vereinsgeschichte. Neuer Trainer wurde Michael Henke, der von Beginn an wenig Kredit bei den Fans hatte. Ende Oktober 2006 wurde Henke auf einem Mittelfeldplatz liegend entlassen und durch Didier Philippe ersetzt. Das daraufhin im Victors-Hotel stattfindende Fantreffen wurde legendär. Einige der Protagonisten standen unter massiven Alkoholeinfluss und das Treffen gipfelte in einer Schuldzuweisung des Präsidiums an die Fans für die missliche Lage. Der dadurch endgültige vollzogene Vertrauensbruch zwischen Verein und Fans zog sich wie ein roter Faden durch den Rest der Saison. Trainer Philippe führte den FCS schnurstracks in die Viertklassigkeit. Noch am Wochenende des Abstiegs machten Ostermann und Meiser endlich den Weg frei für einen Neuanfang.
2007 – 2008: Neuanfang unter Horst … Wer? Absturz in die Fünftklassigkeit
Neuer Präsident wurde FDP-Politiker Horst Hinschberger, dem beim FCS kein Mensch kannte – was auch kein Wunder war, da seine Affinität mit dem Fußball erst während der WM 2006 entstanden war. In der Not frisst der Teufel Fliegen und so war man froh überhaupt jemanden für das Amt gefunden zu haben. Neuer Trainer in der Oberliga wurde Michael Krüger, der einen der ersten vier Plätze, die zur Teilnahme an der neuen Regionalliga West berechtigten, erreichen sollte. Bereits in der Winterpause setzte sich Krüger aber in den Sudan ab. Nachfolger wurde Alfred Kaminski, der vor allem durch Busziehende Spieler auf sich aufmerksam machte. Der sportliche Erfolg blieb. Einziges nennenswertes Highlight in der Kaminski-Ära war die Auswechslung von Torwart Formann wegen psychischer Probleme. Am Ende wurde am vorletzten Spieltag gegen Worms die Quali für die Regionalliga verpasst und der FCS musste den bitteren Gang in die Fünftklassigkeit antreten.
2008 -2009: Ferner führt FCS zurück ins Licht
In der Saison 2008/09 besann man sich beim FCS auf seine Wurzeln und präsentierte mit Dieter Ferner einen ehemaligen Spieler als neuen Trainer. Die Mannschaft kam größtenteils aus der Region und die Saison verlief ruhig wie schon lange nicht mehr. Am Ende stand der souveräne Aufstieg in die Regionalliga West als Meister der Oberliga Südwest.